Sperber bei der Ansitzjagd

Der Sperber hat als Singvogeljäger einen eher schlechten Ruf. So wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts zum Schutz der heimischen Singvögel vom Deutschen Bund für Vogelschutz noch Abschussprämien bezahlt. Aus heutiger Sicht eine seltsam anmutende Verordnung, wenn man bedenkt, dass heutzutage alleine in Deutschland zig Millionen Singvögeln wildernden Hauskatzen zum Opfer fallen und das praktisch niemanden interessiert.

 

Als ab den 50er Jahren das Pflanzenschutzmittel DDT verstärkt und flächendeckend in Westeuropa eingesetzt wurde, brachen die Bestände (wie die praktisch aller Greifvögel) zusammen. Nach dem DDT-Verbot in den 70er Jahren erholten sich die Populationen wieder und steigen auch bis heute langsam an. Als ehemaliger (Nadel-)Waldbewohner zieht es den Sperber mehr und mehr in städtische Grünanlagen und parkähnliche Landschaften. Er geht dahin, wo er Nahrung findet, und das ist da, wo der Mensch die Singvögel füttert. Dabei ist er keineswegs scheu. Er bleibt regungslos auf seinem Ast sitzen, selbst wenn man nur wenige Meter entfernt vorbeigeht. Allerdings ist er perfekt getarnt und eher selten zu beobachten. Hat man das Glück, einen Sperber bei der Jagd zu beobachten, dann ist man von der atemberaubenden Schnelligkeit und Wendigkeit des Vogels fasziniert. Er ist so wendig, dass es scheint, als pralle er von Gegenständen ab, die er aber eigentlich nur umfliegt. Das menschliche Auge ist nicht in der Lage, seinen Flugmanövern auch nur ansatzweise zu folgen. Meist erlebt man ihn nur als Schatten aus den Augenwinkeln heraus bzw. wenn die Jagd schon vorüber ist, und er die Beute fortträgt bzw. rupft.

Der Sperber im Bild hat einen Spatz an der Futterstelle erwischt und verzehrt in genüßlich. Übrig bleibt nur der Kopf und ein paar Federn

 

 

Johannes Fink (Mitglied des Vereins Lebenswerter Odenwald Heiligkreuzsteinach e.V.)