Die letzte Bienenweide

Es ist Herbst geworden. Die Tage werden merklich kürzer und natürlich auch kälter. Trotzdem sind noch viele Insekten aktiv und haben sich  noch nicht zur Winterruhe begeben. Im heimischen Garten steht der Kohl erntebreit da (vorausgesetzt man hat ihn im Sommer ordentlich mit Wasser versorgt). Rote Beete, Karotten und Lauch warten ebenfalls darauf, geerntet zu werden, und selbst die Bohnen haben ein zweites Mal angefangen zu blühen, wenn man sie nicht vorzeitig abgeräumt hat. Solange es keinen Frost gibt, blühen auch die Dahlien noch üppig und verbreiten einen letzten Hauch von Sommer. Die dominierenden Blumen im Herbst sind jedoch die Astern. In schier unzähligen Arten und Farben bestimmen sie das Bild unserer Gärten im Herbst. Astern sind sehr robust, speziell die weiße Herbstaster gedeiht selbst auf trockensten Böden und musste auch in den zwei vergangenen trockenen Sommern nicht gegossen werden. Es sei jedoch erwähnt, dass sie sich – einmal angepflanzt – stark im Garten ausbreitet. Die weiße Aster ist auch eine der beliebtesten Sorten bei den im Herbst noch aktiven Insekten. An einem sonnigen Herbsttag brummt und summt es wie  in einem Bienenstock, sofern man den Astern im eigenen Garten etwas Raum gibt. Es sind meist Honigbienen und Schmetterlinge (so es sie denn noch gibt), die einer der letzten großen Nektarquellen vor dem Winter einen Besuch abstatten. Die Wildbienen fliegen so spät im Jahr nicht mehr. Ihre Zeit kommt erst im März des kommenden Jahres wieder.

 

 Johannes Fink für LeO e.V.